| 21. März 2007
Ein am Ortsrand gelegenes Häuschen, was früher als Turnraum der damals ansässigen Dorfschule diente, später als Vorgänger unseres jetzigen Volkskundemuseums genutzt wurde, beherbergte einige Jahre unser Vereinszimmer.
Der bauliche Zustand des Gebäudes und damit auch der des Vereinsraumes waren sehr bedenklich. Schimmel machte sich breit und es zog an allen Ecken und Kanten. Außerdem wurde der etwa 8 m² kleine Raum großteils mit Akten, Schulungsunterlagen, Gastgeschenken und nicht zuletzt unserer schönen Vereinsfahne viel zu klein. An eine Nutzung als Schulungs- oder Beratungsraum war nicht mehr zu denken. Die Räumlichkeit war zuletzt dem immer stärker werdenden Verein und den Belangen der Feuerwehr nicht mehr gewachsen.
Die Idee des Baus für einen gemeinsam von der Freiwillige Feuerwehr sowie dem Feuerwehrverein Reitzengeschwenda zu nutzenden Raum wurde im Herbst des Jahres 2004 geboren.
Einige Leitungsmitglieder setzten sich mit unseren Bürgermeister an einen Tisch und kamen zu einer Einigung: Die Feuerwehr und der Verein bauen sich in eigener Regie einen Teil der ehemaligen Verkaufsstelle im Gemeindehaus als entsprechende Räumlichkeit um.
Unser Bürgermeister vertrat folgende Meinung: Das Gebäude steht sowieso teilweise leer und damit sind keine finanziellen Einnahmen zu erwarten. Das alte Haus im oberen Dorf könnte von den allgemeinen Versorgungen, wie Elektroenergie u.ä., abgemeldet werden und die damit eingesparten Gelder finanzieren den Umbau des neuen Raumes. So würde des Bürgermeisters und unserer Meinung das Gemeindehaus besser genutzt. Zu den vorbereitenden Gesprächen wurden zum gegebenen Zeitpunkt auch die Jugendlichen des Ortes angehört worden. Ihr Jugendclub war bereits im Gemeindehaus integriert und sie beanspruchten, was auch respektvolle Beachtung fand, ihr Dasein. Denn auch sie sollten bei den Bauarbeiten einen Vorteil für sich erzielen. Im Gegenzug sicherten sie Hilfe in Form von Arbeitsleistungen zu, was letztendlich eingehalten wurde. Es waren die Vorraussetzungen geschaffen und Mitte August 2005 begannen die Arbeiten. Nachdem die alte Verkaufsstelle entkernt und von Unrat befreit war, gingen die nötigen Maßnahmen der Reihe nach vonstatten. Trockenwände waren zu stellen, Fußbodenausgleich wurde eingebracht und darauf Laminat verlegt. Damit die Schulungen und Versammlungen nicht im Dunkeln durchgeführt werden mussten, ist die gesamte Elektroinstallation erneuert worden. Tapeten und Farben gaben dem Raum ein freundliches Antlitz. Die teilweise vorhandene Heizungsanlage ist geändert bzw. erweitert worden, neue Fenster halten die Wärme im Inneren. Und was wären die ganzen Arbeiten wert, wenn nicht ab und zu die Baustelle vom entstandenen Dreck befreit wurde. Unsere Frauen kümmerten sich immer wieder darum. Auch machten die Arbeiten umso mehr Spaß, weil sie die Männer mit leckeren Imbissen erfreuten. Als der Raum letztendlich in neuem Glanz erstrahlte, wurde ein kleines Geheimnis gelüftet. Ein Vereinsmitglied traf sich des Öfteren mit unserem, im Nachbarort Drognitz ansässigen Tischler Uwe Drechsel. Er bot sich an, etwas für die Möblierung des Raumes beizusteuern. Was keiner für möglich hielt, sollte spätestens als Uwe Drechsels Tischlergesellen mit Werkzeug und einem Kleinlaster voll Bauteilen in Reitzengeschwenda auffuhr, Wirklichkeit werden. In der Tischlerei entstand eine, für den Vereinsraum angepasste, Bar mit allem, was dazu gehört. Mit so etwas Hochwertigen hatte niemand gerechnet. Das Beste an der Aktion war, dass Uwe Drechsel weder eine Bezahlung der Arbeit, noch für die Bar nebst Schrank verlangte. Er hat sie dem Feuerwehrverein gesponsert. Im Dezember 2005 waren die Umbauarbeiten beendet und es sind in etwa 500 Arbeitsstunden geleistet worden. Selbstverständlich gab es auch eine offizielle Einweihungsparty, bei der alle Beteiligten, der Bürgermeister und unser Hauptsponsor Uwe Drechsel eingeladen waren. Nun wird der Raum regelmäßig für Sitzungen, Schulungen usw. genutzt.



